Freitag, 20. Januar 2012

Behindertenpolitik - Rückblick 2011



Auch 2011 wurde der Versuch unternommen, die Situation Behinderter möglichst vielen Politikern, Behörden etc. darzustellen. Auch im Jahr 2011 mußten wir feststellen, daß viele MdB z.B. den Bezug zur Realität verloren haben. So wurde in einer Bundestagsdebatte über den Ausbau von Hotels für Behinderte, von behindertengerechten Reisezügen und Bahnsteigen debattiert. Auf unseren Einwand hin, daß viele Behinderte das Geld nicht hätten, eine Reise zu unternehmen, wurde einfach eine Kopie einer Resolution zugeschickt:














So geht das nun seit Jahren. Die Regierung zeigt mit dem Finger auf die Vorgänger-Regierung, die Opposition wiederum deutet auf die Regierung. Heraus kommt: Nichts und wiederum nichts ! Es sieht schlimm aus in einem reichen Land wie Deutschland, wenn erinnert werden muß, daß UN-Menschenrechte eingehalten werden müssen. Da wird seit Monaten auf die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hingewiesen und auf der andern Seite müssen Menschen um verbriefte Menschenrechte kämpfen. Ein Irrsinn.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Gedanken von Corina Zolle

Ein beeindruckendes Stück Philosophie von Corina Zolle:

Jetzt habt ihr den Salat! Wo wollt ihr denn hin mit all den Alten, Kranken und Behinderten?
Früher war alles anders! Da wurden alle, die nicht bei drei auf den Bäumen waren von den Löwen gefressen. Das ist das Gesetz der Evolution. Survival of the fittest. Nur der STARKE überlebt.

Aber dann habt ihr angefangen eure Umwelt zu verändern. Ihr habt erst Hütten und dann Häuser gebaut und wenn euch dann die Löwen fressen wollten habt ihr ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen. Das konnten dann auch die, die nicht so schnell oder so stark waren, um auf den nächsten Baum zu klettern.

Überhaupt hatte sich einiges geändert. Klar im Vorteil waren die, die clever genug waren ihr Getreide nicht völlig aufzuessen sondern die, die im Märzen die Rösslein anspannten, um die Felder zu bestellen. Apropos Rösslein, ihr habt angefangen Hilfsmittel heranzuziehen, um eure körperlichen Defizite auszugleichen. Jetzt konnten auch die Alten oder Schwachen länger und besser überleben.

Ach ja, und dann kam da auch noch dieser Mann aus Nazareth und hat euch Barmherzigkeit gepredigt. Und das habt ihr dann auch gemacht, und die Armen, die Alten und die Kranken beschützt und ihnen zu essen gegeben und ihnen schließlich Häuser gebaut, damit sie dort zusammenwohnen und leichter versorgt werden können.

Und dann kamen die Neuerungen in der Medizin, und die, die früher an ihren Krankheiten oder Verletzungen gestorben sind, überlebten und wurden noch älter und noch schwächer.

Und dann kam einer und sagte, dies ist alles wider die Evolution, und leisten können wir uns das schon lange nicht, und hat teilweise ziemlich erfolgreich versucht sie alle loszuwerden. Aber dann hat die ganze Welt aufgeschrien und es wurden noch mehr und noch größere Häuser gebaut, und einige haben auch noch festgestellt, dass man mit den Alten und Schwachen sogar einen Haufen Geld verdienen kann.

Aber es kommt noch besser. Die Alten und Behinderten wollen nicht mehr einfach nur versorgt werden, sie wollen ihr Leben selbst bestimmen. Und stellen Forderungen, dass die Umwelt ihren Bedürfnissen gerecht wird und Hilfsmittel geschaffen werden. Und auch das ist Evolution. In unserer Gesellschaft muss jetzt keiner mehr auf Bäume steigen. Heutzutage ist Kopf gefragt. Und darüber verfügen erfahrene Alte, an Herausforderungen gewöhnte Behinderte und leidgeprüfte Kranke durchaus. Der Selektionsdruck ist auf einmal ein ganz anderer.

Und jetzt, in einer Zeit, in der ihr krank werdet vor lauter Wohlstand, sollen die Armen, die Alten und die Behinderten mal wieder nicht mehr finanzierbar sein?

Das liegt dann aber nicht mehr an den Alten und Behinderten, sondern an denen, die im Laufe der Evolution den Anschluss verpasst haben und nicht begreifen, dass es heutzutage nicht mehr darauf ankommt möglichst viel Essen, Gold oder Aktien zu horten. Dass es nicht mehr gefragt ist, mit einem Arm einen Baum ausreißen zu können, für sowas gibt es wunderbare Werkzeuge. Dass man heutzutage dem Nachbarn nicht mehr mit der Keule auf den Kopf hauen sollte, denn er könnte eine Atombombe in der Hosentasche tragen. Und das sollte sich jeder einzelne vor Augen führen, denn mittlerweile sind wir soweit, dass einzelne in der Lage wären nur mit einem Knopfdruck unseren gesamten Planeten in die Luft zu jagen. Da wäre dann aber ganz schnell Schluss mit Evolution.

Das neue Druckmittel der Evolution ist die Toleranz, dass der Andere eben anders ist. Sonst wär's ja halt auch kein Anderer. Und Evolution kann nur fortbestehen in der Vielfalt, denn nur dann ist sie in der Lage sich an unterschiedliche Gegebenheiten anzupassen und nur so bleibt sie im Gleichgewicht.

Wir haben nur die Chance noch eine Zeit lang weiter zu existieren, wenn wir fit genug sind, zu begreifen, dass die Evolution für die Art Mensch nicht vorgesehen hat zu leben wie die Hamster, deren Lebensaufgabe es vielleicht ist alles Verwertbare zusammenzuraffen, sondern dass es unser (vielleicht auch nur vorläufiges) Ziel ist, das was alle Generationen vor uns erarbeitet haben so zu verteilen, dass es allen gut genug und keinem zu schlecht geht und so dann eben das Gleichgewicht zu halten. Und das bezieht sich schon lange nicht mehr nur auf die Art Mensch sondern auf unseren gesamten Lebensraum.

Wenn wir nicht schaffen die Vielfalt zu tolerieren und das biologische Gleichgewicht zu halten, lässt uns die Evolution von der Bildfläche verschwinden, ohne dabei auch nur mit der Wimper zu zucken.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Noch einmal das Thema Mehrkosten für Behinderte

Dokument hier klicken !

Der Weg in die Armut geht immer schneller. Bitte sehen Sie sich das Dokument an. Es ist wirklich unglaublich, was sich abspielt.

Montag, 2. Januar 2012

Und wieder Mehrausgaben im medizinischen Bereich in 2011

Bereits vor Monaten hatten wir auf eine Tendenz hingewiesen, die sich fortgesetzt hat. Unter: hier klicken ! hatten wir errechnet, daß für medizinische Ausgaben immer mehr aufgebracht werden muß. Nun haben wir für das Jahr 2011 errechnet, daß gegenüber 2010 wiederum 26,09 % mehr an Aufwendungen erbracht werden mußten. Ein weiterer Skandal ! Dabei hatten wir auch berichtet, welche Unverschämtheiten sich hinter den Zusatzbeiträgen zur Krankenkasse verbergen. Diese Kosten haben auch bei unserem Fall zu dem enormen Anstieg geführt !

Sonntag, 1. Januar 2012

Neujahrsgrüsse

Allen Freunden, Bekannten und Menschen, die geholfen haben, wünschen wir ein Gutes Neues Jahr 2012 !!

Samstag, 24. Dezember 2011

Weihnachten 2011

Allen Freunden, Bekannten und Allen, die uns geholfen haben, ein Frohes Weihnachtsfest !

Dienstag, 13. Dezember 2011

Zusatzbeiträge zu Krankenkassen

Die meißten Menschen glauben leider immer noch, daß für Menschen mit Behinderung ausreichend gesorgt ist. Das ist überhaupt nicht so. Und der Umgang wird immer rauer....Das ist belegbar u.a. mit den Vorgängen rund um die Einführung von Zusatzbeiträgen zur Krankenkasse. Erinnern wir uns. Im Gesundheitssystem wollte vor Allem die FDP eine "Kopfpauschale" also weg vom Solidargedanken. Getroffen hat das vor Allem wieder einmal die Ärmsten der Armen im Land.

Hier eine Beschreibung des Vorganges  ( klicken zum vergrössern ):






















zum Downloaden: Hier klicken !

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Unglaublich das Ganze !!! Unglaublich.

Trotz 100 %iger Behinderung hat Konni eine Arbeitsstelle gefunden !  Der Arbeitgeber hat sehr wohl gesehen, daß dies machbar wäre, aber nichts geht natürlich in solchen Fällen ohne Bürokratismus, der nicht nur an dieser Stelle scharf kritisiert wird und wurde. Nun sind Anträge zu schreiben, ein Wust an Papieren, Formularen, Telefonaten etc. sind abzuarbeiten. Heute nun ruft der Arbeitgeber hier an und ist leicht verstimmt. Unterlagen sind von einem Amt zum andern scheinbar "untergegangen". Es ist ungeheuerlich, unmöglich das Ganze. Das könnte wütend machen !

Dienstag, 29. November 2011

Email an Brigitte Pothmer, MdB

Sehr geehrte Frau Pothmer,

Sie kritisieren zu Recht, daß es im Sozialbereich zum wiederholten Male zu Kürzungen kommt. Aber dürfen wir Sie daran erinnern, daß es Rotgrün war, der damals mit Einführung von Hartz IV diesen Reigen erst so richtig begonnen hat !? Eine dpa Meldung dieser Tage sagt aus, daß Geringverdiener ( also Menschen die arbeiten ) seit 2000 etwa 22 % Einkommenseinbussen hinnehmen mussten. Ich pflege seit über 12 Jahren eine Schwerstbehinderte. Ich führe sehr genau ein Haushaltsbuch !  Ich habe errechnet, daß uns seit 2000 ganze 27 % fehlen, wohlgemerkt mit einer Person im Haushalt, die eine Vollzeitpflege macht ( wobei hier gleich mehrer negative Komponenten zusammenwirken ! ). Können Sie sich vielleicht auch vorstellen, welchen Drücken man als Pfleger einer Schwerstbehinderten ausgesetzt ist, der täglich dafür sorgen muß, daß die Schwerstbehinderte versorgt werden kann ?  Können Sie, können Politiker das überhaupt verantworten, was da in den letzten Jahren geschehen ist !?. Wir sind uns sicher, daß im Parlament kaum jemand sitzt, der sich das Alles vorstellen kann !  Und wir haben es auch satt, gesalbte Worte zu hören !  Dabei müssen alle Parteien genannt werden ja bis hinüber zu den Linken, deren Vorsitzender Ernst mit dem Porsche durchs Land fährt und noch nicht einmal von dort kommt etwas, was wir als besseres Zeichen zumindestens ausmachen können !

Es ist eine Schande für dieses Land, wie mit Behinderten umgegangen wird. Damit sind aber nicht Leute wie Schäuble gemeint. Denn das ist ja leider auch in den Medien so, daß immer gewisse Prominente für eine Gruppe quasi als Leitfigur dargestellt wird. Die Schwerstbehinderte die ich pflege kommt seit Jahren kaum aus ihrem kleinen Zimmerchen. Sie hatte den Unfall mit 23 – ist jetzt 35 und hat kaum etwas gesehen von der Welt…nur immer die 4 Wände. Wir wollen kein Mitleid deswegen. Wir wollen, daß es gerecht zugeht in diesem Land. Und gerecht ist es nicht, daß Menschen, die auch arbeiten wie ich als Pfleger mit weniger als 2 Euro pro Stunde arbeiten müssen. Das ist so, weil Politiker entschieden haben, daß das Pflegegeld eben nicht als Einkommen zu sehen ist. Zudem sind wir als pflegende Angehörige noch einer Ungerechtigkeit ausgesetzt ! Wir werden als „Hartzler“ behandelt !  Was das bedeutet im Einzelnen brauche ich Ihnen wohl nicht zu schildern !

Die Grünen wurden auf die Missstände in langen Briefen immer wieder hingewiesen. Oft bekamen wir nicht einmal eine Antwort. Vielen ist gar nicht bewusst, daß mit Einführung von Hartz IV Behinderten z.B., Härtefallregelungen, die sogar unter Kohl noch gegolten haben einfach gestrichen wurden. Dafür tragen die Grünen eine Mitverantwortung, die sie aber kalt lässt. Das ist sozial vielleicht ?

Sorgen Sie dafür, daß es sofort folgende Regelungen gibt:

Hartz IV für Behinderte und Pflegende Angehörige muß sofort weg

Sofortige Einführung von Härtefallregelungen für Behinderte

Einkommensmindestsätze für Behinderte, die in allen Lebensbereichen eben Mehrausgaben haben ( das ist es, was Rotgrün damals so absolut kalt abgeschafft hat )

Pflegende Angehörige sind hart arbeitende Menschen. Die Angleichung des Pflegegeldes an die Pflegesachleistungen ist schon einmal dem Gleichbehandlungsgrundsatz zu schulden und ist ein Mindeststandart !


Mit freundlichen Grüßen

Lothar Schwarz ° Ettenheimerstr.9 ° D-77975 Ringsheim

Sonntag, 27. November 2011

Der Haushalt 2012 - für viele Behinderte eine Katastrophe !

Es ist kaum zu glauben. Aber beim Haushalt 2012 der Bundesregierung wurde viel von " sozial" geschwafelt. Bei näherer Betrachtung aber muß klar ausgesagt werden: Soziale Schwache werden wieder mit noch mehr Einschnitten rechnen müssen ! Ein Skandal, der aber kaum mehr wahr genommen wird.

Montag, 21. November 2011

Mehraufwendungen im medizinischen Bereich

Es wird immer wieder vergessen, daß bei Behinderten u.A. mehrere Benachteiligungen zusammenwirken. So haben wir einmal ausgerechnet, was - über Jahre gesehen - für medizinische Zwecke an Ausgaben anfallen. Dazu haben wir eine Information zusammengestellt, die Sie unter

Bitte hier klicken !

lesen und downloaden können !

Donnerstag, 17. November 2011

Behinderung macht arm !!!!!!

Immer mehr Behinderte kommen in schwierige Situationen. Was seit Jahren kaum beachtet wird: Seit Einführung von Hartz IV wurden viele Härtefallregelungen für Behinderte einfach gestrichen. Für viele Behinderte eine "verheerende" Entscheidung ( so der ehemalige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Karl Hermann Haack - allerdings muß man dazu schreiben: Auch er hat für die Hartz Gesetze gestimmt ! ). Das Jahr 2010 hat die Europäische Kommission zum " Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung" ausgerufen. Scheinbar alles nur hohler Aktionismus. Zumindestens in Deutschland.

Dazu dieser Link :   Bitte hier klicken !


Montag, 14. November 2011

Warum muß man immer Alles erklären ?

In hunderten Briefe haben wir auf eine ganz besondere Situation hingewiesen. Dabei sollte man meinen, daß die LeserInnen erst einmal ungefähr sich vorstellen können, daß es für Menschen mit Behinderung schwer ist. In diesem besonderen Fall aber kommen noch einige Erschwernisse hinzu ! Am Tag des Unfalles war die Betroffene gerade mal 23 Jahre alt.  Die Vollschuld wurde ihr als Radfahrerin gegeben, wobei wir bis heute die Gutachten anzweifeln !  Von behördlicher Seite wurde von Anfang an nicht mit Verständnis reagiert sondern mit dem Versuch, eine Behinderte ja gerade abzuzocken. Das können wir belegen, weil wir einen langwierigen Prozess mit den Behörden geführt haben ! Das Urteil können Sie im Übrigen, sollten Sie sich interessieren unter:

hier klicken

ansehen. Hier wird deutlich, wie verlogen auch vorgegangen wird ! Von wegen Inklusion !

Dienstag, 8. November 2011

Es ist kaum zu glauben

Hunderte Briefe, Telefonate, Kontakte. Alles für eine junge Behinderte, die in einer Zeit leben muß, wo solche Schicksale scheinbar nur noch Wenige interessieren. Oft kommt die Frage auf: Was denken die Menschen über Behinderte !? Mitleid im Übrigen ist kaum willkommen !  Was wichtig wäre ist Verständnis und auch Solidarität. Ja, setzen Sie sich einmal für Behinderte ein ! Das ist ein Erlebnis !  Es geht nicht immer um Geld. Aber leider muß ausgesagt werden, daß dies zunehmend ein Problem für Behinderte wird. Wir haben ausgerechnet ( und wer tut das sonst noch ? ), daß dieser Behinderten seit dem Jahr 2000 ca. 27 % weniger Geld zugekommen ist. Bedingt durch Zuzahlungen, Kürzungen und Streichungen....ist das nicht ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft, für einen Staat ? Schreiben Sie uns dazu. Wir interessieren uns für Ihre Meinung !